Umbau und Erweiterung Indoor-Kletteranlage, Stuttgart-Degerloch

 

Umbau und Erweiterung Indoor-Kletteranlage

Die Kletteranlage des Deutschen Alpenvereins (DAV) ist im Jahr 2005 errichtet worden. Sie steht unter der Obhut der Sektionen Stuttgart und Schwaben, wird jedoch von einer eigenen GmbH geleitet. Seit ihrer Eröffnung nutzen gut 120.000 Besucher jährlich das Angebot auf der Waldau in Degerloch. Mit ihren bisher 4.600 Quadratmetern Gesamtkletterfläche gehört die Anlage zu den weltweit größten ihrer Art; mit den Umbaumaßnahmen und der Erweiterung kamen 500 Quadratmeter Boulderfläche sowie ein Raum für spezifisches Training mit einer großen verstellbaren Wand für das Bewegungs- und Krafttraining dazu.

"Bouldern" kommt aus dem Englischen (boulder bedeutet übersetzt "Felsblock") und ist eine eigene Disziplin des Sportkletterns. Oberstes Prinzip - im Gegensatz zum Klettern - ist es, ohne Seil zu klettern und dabei Überhänge, Höhenversprünge und andere Hindernisse in Absprunghöhe zu überwinden. Als Schutz bei Stürzen (die Boulderwände sind etwa drei bis fünf Meter hoch) sind alle Räume mit 30 Zentimeter dicken Matten ausgelegt. So kann auch bei einem Absturz aus der Höhe nicht viel passieren.

Für die Rohbauarbeiten des Erweiterungsbaus war die Firma Rybinski Esslingen zuständig. Dabei galt es, das architektonische Konzept mit der unkonventionellen Anbausituation zu meistern. Ebenso musste eine wegen des Boulderkonzeptes unorthodoxe Gebäudeführung in die Realität umgesetzt werden: das kleinformatige Schalungskonzept ging einher mit den örtlichen Gegebenheiten und war gleichermaßen der Planung der Boulderräume angepasst. Die Schalung musste daher individuell erstellt werden. Bewehrt und betoniert wurde in meist kleineren Abschnitten, sodass die neuen Räumlichkeiten anforderungsgerecht entstehen konnten - und das bei laufendem Betrieb.